… ist ein Kunst- und Kulturvermittlungsprojekt im Bereich Graffiti & Streetart, bei dem Künstler*innen Kunstwerke im Öffentlichen Raum kreieren, eine Skulptur als kreative Nutzungsflächen aufgestellt wird und Workshops für Jugendliche von Künstler*innen durchgeführt werden.

Graffiti (italien. Graffito) steht als Sammelbegriff für unterschiedliche sichtbare Elemente, zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder Zeichen, die mit verschiedenen Techniken auf Oberflächen im privaten und öffentlichen Raum erstellt wurden.

Zeitgenössische Künstler*Innen möchten durch persönliche Zeichen und Malereien auf sich aufmerksam machen und ihrer Umwelt bzw. der Nachwelt etwas mitteilen. Graffitis finden sich rund um den Globus und auf allen Kontinenten im urbanen Raum und auch ländlichen Regionen zu entdecken. Graffiti & Streetart ist eine der ältesten und gleichzeitig zeitgenössischste Kunst einer vielschichtigen Jugendkultur.

Mural City hat im Sommer 2020 in Niederösterreich gestartet. ARTCANHELP war es ein Anliegen einigen außergewöhnlichen und kreativen Frauen eine Bühne zu geben, um ein „Female Power“-Zeichen in der Graffiti Szene zu setzen.

Geheimnisvolle schlafende Frau neben dem Mausoleum (Scheibbs)

Das Werk stammt von Jacoba Nierport. Sie ist eine 33-jährige Wandmalerin aus Kopenhagen, die schon lange im öffentlichen Raum malt. Die Dänin liebt es auf verschiedensten öffentlichen Gebäuden mit unterschiedlichen Größenmaßstäben zu experimentieren. Bis heute hat sie über 40 Wandbilder in zwölf Ländern auf vier Kontinenten gemalt. Ihre bekanntesten und monumentalsten Werke befinden sich in Halifax (Kanada), Santiago (Chile) und natürlich in Kopenhagen (Dänemark).

Ihre Arbeit basiert auf ihrer Überzeugung, dass Verbundenheit in allen Aspekten des Lebens ein besseres Verständnis von sich selbst und anderen ermöglicht. Sie sieht es als ein mächtiges Werkzeug, um soziale Probleme anzusprechen.

Jacoba drückt die eigenen Erfahrungen aus und erschafft Emotionen, mit denen sie berühren möchte. Sie spricht dabei Gefühle wie Trennung, Gleichgültigkeit, Voreingenommenheit an und beschäftigt sich mit Rassismus, Sexismus. Sie versucht wieder zu ver-menschlichen, was entmenschlicht oder entfremdet wurde.

Bevor sie nach Scheibbs kam, malte sie gemeinsam mit HNRX in Graz. In Scheibbs erschuf sie dann die geheimnisvolle schlafende Frau neben dem alten Mausoleum von „Andreas Töpper“. Zu sehen ist eine am Boden ruhende nackte Frau in drei Nischen mit dem Stadtwappen von Scheibbs und Fotos von Speeren aus dem Rathaus. Das Bild sollte die Geschichte und Gegenwart dieser Mauer miteinander verbinden und dabei tief an menschlichen Gefühlen und Beziehungen rühren.

Üppige Vegetation erweckt Wand zum Leben (Scheibbs)

Anya Mielniczek ist eine in Toronto ansässige multidisziplinäre Künstlerin. Gerne verbindet sie in ihren Arbeiten den privaten und öffentlichen Bereich. Sie kreiert Mixed-Media-Installationen, Wandarbeiten und ist auch in der Moderation von Kunstaktivitäten verschiedenster Interessensgruppen in einer Gemeinde aktiv.

Mit jeder öffentlichen Gestaltungsmöglichkeit setzt sie sich dafür ein der Natur eine Stimme zu geben – in einer Zeit, in der wir unsere Verbindungen zur Erde unterbrochen haben.

Der Künstlerin ist es stets wichtig, dass die Entwicklung des Motivs ein gemeinsamer Prozess aller Beteiligten, in dem Fall mit der Familie, die die Wand zur Verfügung, ist. Die Idee für dieses Bild war es die Natur und Pflanzen der unmittelbaren Umgebung, mit einzubeziehen sowie die Liebe zu Schmetterlingen und zum natürlichen Werkstoff Holz. Die Kinder haben sich als Blumen in einem Sternzeichen eingeschrieben.

Dies war das erste Mal, dass sie mit Molotow TM Dosen malte, und obwohl sie es anfangs als Herausforderung empfand (Molotow sind Dosen mit höherem Druck, auch bekannt als steif!), liebte sie das Endergebnis. Die Farben sind gesättigt und leuchtend und das Ergebnis der Palette lässt die Wand aufblühen. Die Energie der handgebürsteten Pinselstriche in Kombination mit dem mechanischen Auftragen des Sprays verleiht dem Werk einen dynamischen Effekt, der für Bewegung und Kontrast zwischen den Designelementen sorgt.

Teil des Projektes ist es auch mit den Künstlerinnen die nahe Umgebung zu erkunden, sodass diese Inspirationen für ihre künstlerischen Motive sammeln können. Denn stets ist ein Mural auch verknüpft mit einer Stimmung und der Gegenwart und Vergangenheit eines bestimmten Ortes, an dem die Wandmalerei entsteht. So gehören Bergwanderungen, Ausflüge an Seen, Pilze suchen oder der Besuch des örtlichen Museums zum Programm.

Farbenfroher Skaterpark (Neulengbach)

Dieser wurde von den zwei Künstler*innen Ju Mu und Gamze Yalcin, die in Berlin leben und arbeiten, gestaltet.

Gamze Yalcin hat an der Mimar Sinan Fine Art Universty in Istanbul studiert. Während ihrer Arbeit als Innenarchitektin entdeckte sie die Welt der Illustration. Dies wurde später zu einer ihrer größten Leidenschaften. Sie arbeitet als Freiberuflerin in den Bereichen Innenarchitektur sowie Wandmalerei und Illustration. Heute ist sie eine der wenigen weiblichen Street-Art-Künstlerinnen in der Türkei.

Ju Mu wuchs in Hannover mit peruanisch-chilenischen Wurzeln auf und absolvierte ein Modedesign-Studium. Heute lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Berlin. Schamanenkult und die Verbindung zwischen der Geisterwelt und der Natur sind Merkmale ihrer Arbeit und dienen als Inspiration für ihre Masken, Leinwände oder Kostüme. Für ihre Arbeiten verwendet sie alles, was sie in die Finger bekommt, um eine neue, surreale Welt zu erschaffen.

Mit der Bemalung des Skaterparks, der eine Woche dauerte, fügten die beiden der Stadt Neulengbach einen weiteren farbigen Spot in NÖ hinzu. Der gesamte Prozess der Bodenveränderung des Skateparks dauerte etwa eine Woche. Während des Entstehungsprozesses mussten einige Aufgaben bewältigen werden, wie z. B. der Umgang mit der speziellen Bodenmarkierungsfarbe und die Schwierigkeiten bei der Arbeit in einer ländlichen Gegend. Da diese Farbe eine sehr einzigartige zähe Textur hat, erlaubt sie nicht wirklich, detaillierte Formen zu malen. Nicht nur das war ein Problem, dem die Künstlerinnen sich stellen mussten. Während die Farbe noch nicht ganz trocken war, war ein Bauer beim Mähdreschen und verzögerte den Arbeitsprozess für einige Stunden, da der Staub des Dreschens den frisch bemalten Boden verklebte.

Um das gelungene Werk gebührend zu eröffnen, veranstaltete der Sindelar Skate Club am Tag nach der Fertigstellung einen Skate-Contest. Dort konnten die Zuschauer*innen das neue Schmuckstück in Neulengbach zum ersten Mal bestaunen.

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